Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

Für weitere Informationen über die Arztsuche in einem Bundesland klicken Sie auf die entsprechende Fläche in der Kartendarstellung oder wählen Sie die Landesbezeichnung in der Hauptnavigation.

Arztsuche Bremerhaven Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Bremen Hamburg Baden-Württemberg Niedersachsen Hessen Bayern Berlin Brandenburg Nordrhein-Westfalen Thüringen Mecklenburg-Vorpommern Saarland Rheinland-Pfalz






Legende:

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Online-Arztsuche vorhanden

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telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Welt-Drogentag 2018 25.06.2018

Finger weg von Drogen

Berlin - „Finger weg von jeglichen Drogen.“ Dazu rufen Dr. Josef Mischo und Erik Bodendieck, beide Vorsitzende der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“, zum Welt-Drogentag am 26. Juni auf. Das gelte für sogenannte legale Drogen wie Tabak und erst recht für illegale Substanzen. Dabei solle auch der Konsum von Cannabis nicht verharmlost werden. „Je jünger die Konsumenten, desto schwerwiegender die Folgen“, so Mischo.

Durch eine Legalisierung von Cannabis würden die gesundheitlichen Gefahren des Cannabiskonsums verharmlost und präventive Bemühungen im Suchtbereich konterkariert, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Bundesärztekammer (BÄK) zur öffentlichen Anhörung...

Patienteninformation 25.06.2018

Aktualisierte Kurzinformationen für Patienten erschienen: Prostatakrebs, Opioide und klinische Studien

Berlin - Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat vier Kurzinformationen auf den neuesten Stand gebracht. Auf zwei Seiten informieren die Patientenmaterialien verständlich über die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs in verschiedenen Stadien, die Einnahme von Opioiden bei chronischen Schmerzen und die Rechte von Patientinnen und Patienten bei der Teilnahme an klinischen Studien. Alle Texte beruhen auf dem besten derzeit verfügbaren Wissen und werden nach einer strengen Methodik erstellt. Ärzte, Pflegekräfte und andere medizinische Fachleute können die neuen Kurzinformationen kostenlos herunterladen, ausdrucken, an Interessierte weitergeben oder im Wartebereich auslegen.  Die Kurzinformationen: Verdacht auf Prostatakrebs – und nun? und Leben mit Prostatakrebs Die beiden Informationsblätter geben einen Überblick über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei Prostatakrebs. Das eine richtet sich an Männer, bei denen der Verdacht auf ein lokal begrenztes Prostatakarzinom besteht. Das andere ist für Männer bestimmt, bei denen ein lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Prostatakarzinom festgestellt wurde. Grundlage ist jeweils die überarbeitete S3-Leitlinie "Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms". Die Kurzinformation: Dauerhaft starke Schmerzen – wann helfen Opioide? Opioide sind weder Allheilmittel noch Teufelszeug. Richtig eingesetzt, lindern diese Medikamente Schmerzen und ermöglichen Menschen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. In dieser Information erfahren Patienten, was Opioide sind, wie sie wirken, wann sie eingesetzt werden können und was sie bei der Einnahme beachten sollten.  Die Kurzinformation: Soll ich an einer klinischen Studie teilnehmen? Klinische Studien sind wichtig: Sie helfen, die Versorgung von Patienten zu verbessern. Worauf Patienten achten sollten, wenn sie an einer Studie teilnehmen wollen, und wie sie zur Veröffentlichung der Ergebnisse beitragen können, darüber informiert das überarbeitete Informationsblatt. Im Internet Die Kurzinformationen für Patienten stehen zum kostenlosen Download bereit unter: Prostatakrebs – frühes Krankheitsstadium: Verdacht auf Prostatakrebs – und nun? Prostatakrebs – fortgeschrittenes Krankheitsstadium: Leben mit Prostatakrebs Schmerzen – Opioidtherapie: Dauerhaft starke Schmerzen – wann helfen Opioide? Klinische Studien - Soll ich an einer klinischen Studien teilnehmen? Methodik: allgemeines KIP-Methodendokument Weitere Kurzinformationen und Übersetzungen: www.patienten-information.de Außerdem finden Sie die Informationen auch im KV-SafeNet unter: kbv-website.kv-safenet.de/html/3001.php. Kontakt Svenja Siegert, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)E-Mail: patienteninformation@azq.de
BÄKground 21.06.2018

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Beschlüsse sind nur etwas Wert, wenn sie auch umgesetzt werden“, stellt Prof. Dr. Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, im Interview in der aktuellen Ausgabe des BÄKground fest. Konkret bezieht er sich damit auf den 121. Deutschen Ärztetag. Das Ärzteparlament hat in Erfurt eine Reihe von Entscheidungen mit großer Tragweite gefällt. So ebnete es den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung. In Zukunft werden Ärzte ihre Patienten im Einzelfall auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt beraten und behandeln können. Damit schafft die Ärzteschaft die Voraussetzung dafür, den Digitalisierungsprozess der Medizin selbst zu gestalten – wobei der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient weiterhin der Goldstandard ärztlichen Handelns bleiben wird. Einen Beratungsschwerpunkt bildeten die psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ist inzwischen jedes Jahr von ihnen betroffen. In Anbetracht der steigenden Erkrankungszahlen riefen die Abgeordneten Politik und Selbstverwaltung zu einem stärkeren Einsatz für die Betroffenen auf. Sie warnten eindringlich davor, das Versorgungsmodell mit ärztlichen und nicht-ärztlichen Angeboten im Rahmen der Novellierung des Psychotherapeutengesetzes aufzuspalten. Mit großer Mehrheit verabschiedete das Ärzteparlament die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung. Damit fand ein Reformprozess seinen Abschluss, der im Jahr 2012 auf dem 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg angestoßen worden war. Die Reform trägt den dramatischen Veränderungen in der Versorgungslandschaft und dem rasanten medizinisch-technischen Fortschritt Rechnung. „Die Kernfrage lautet nun nicht mehr, wie oft und in welcher Zeit wurden Inhalte erbracht, sondern wie und in welcher Form werden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erworben“, erläuterte Dr. Franz Bartmann, der als Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer das Mammut-Projekt maßgeblich vorangetrieben hat. BÄKground Juni 2018 [PDF]
Assistierte Reproduktion 01.06.2018

Ärzteschaft übernimmt weiter Verantwortung – und fordert dies auch von der Politik

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat heute die „Richtlinie zur Entnahme und Übertragung von menschlichen Keimzellen im Rahmen der assistierten Reproduktion“ veröffentlicht. Mit der vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut erstellten Neufassung wird die bisherige „(Muster-)Richtlinie zur Durchführung der assistierten Reproduktion" gegenstandlos. Dazu Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Mit dieser Richtlinie übernimmt die Ärzteschaft weiter Verantwortung für die medizinisch-wissenschaftlichen Belange der Reproduktionsmedizin und schafft transparente, bundeseinheitliche Regelungen für Ärzte und Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Richtlinie verzichtet ganz bewusst auf eine Interpretation von rechtlich nicht eindeutig geregelten, häufig gesellschaftspolitischen Fragen in diesem Bereich. Diese zu beantworten ist und bleibt Aufgabe des Gesetzgebers. Denn nur dieser ist legitimiert, die das menschliche Leben elementar berührenden Fragen zu den medizinethischen und rechtlichen Aspekten der Reproduktionsmedizin verbindlich zu entscheiden. Wir stehen ihm bei der Erarbeitung entsprechender gesetzlicher Regelungen natürlich auch weiterhin mit unserer Expertise beratend zur Seite.“ Der Vorstand der Bundesärztekammer hatte im Februar 2015 beschlossen, die medizinisch-wissenschaftlichen Fragestellungen im Bereich der Reproduktionsmedizin klar von den gesellschaftspolitischen Aspekten abzugrenzen und die „(Muster-)Richtlinie zur Durchführung der assistierten Reproduktion“ aus dem Jahr 2006 nicht fortzuschreiben. Stattdessen erarbeitete ein Arbeitskreis des Wissenschaftlichen Beirates unter Federführung von Prof. Dr. Jan-Steffen Krüssel, Prof. Dr. Eberhard Nieschlag und Prof. Dr. Hermann Hepp auf Basis der mit dem Gewebegesetz geschaffenen Rechtsgrundlage (§16 b TPG) eine Neufassung der Richtlinie. Sie fokussiert – dem gesetzlichen Auftrag entsprechend – auf die Entnahme und Übertragung menschlicher Ei- und Samenzellen und stellt hierzu den allgemeinen medizinisch-wissenschaftlichen Stand der Erkenntnisse fest. Ausführliche Darstellungen zu den Spenderauswahlkriterien sowie zu Information und Einwilligung der Spender sind ebenfalls wichtige Richtlinienbestandteile. Verabschiedet wurde vom BÄK-Vorstand mit Blick auf die Rechtsanwender zudem eine Anpassung dieser Richtlinie an das zum 1. Juli 2018 in Kraft tretende Gesetz zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen (Samenspenderregistergesetz – SaRegG). Die Ärzteschaft hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, dass der Gesetzgeber wichtige offene gesellschaftspolitische Fragestellungen der Reproduktionsmedizin diskutiert und beantwortet. Dazu zählen beispielsweise der Umgang mit ärztlichen Beratungs- oder Unterstützungsleistungen für in Deutschland nicht erlaubte Verfahren der assistierten Reproduktion, die Diskussion über die sogenannte „Dreier-Regel“ und damit die zahlenmäßige Beschränkung entwicklungsfähiger Embryonen insbesondere auch im Rahmen der Präimplantationsdiagnostik sowie die Behandlung lesbischer Paare und alleinstehender Frauen mit heterolog verwendeten Samenzellspenden. Vor diesem Hintergrund hatten Bundesärztekammer und Deutsche Ärztetage darauf hingewiesen, dass die zunehmende Komplexität der mit der Reproduktionsmedizin verbundenen medizinischen, ethischen und rechtlichen Fragen insbesondere für die Betroffenen, für ihre Kinder und gegebenenfalls für die Spender von Samen zur heterologen Verwendung ebenso wie für die behandelnden Ärzte eine systematische Rechtsentwicklung für die Fortpflanzungsmedizin dringend erforderlich machen – diese steht bislang aus. Richtlinie zur Entnahme und Übertragung von menschlichen Keimzellen im Rahmen der assistierten Reproduktion ...
Welt-Nichtrauchertag 30.05.2018

Verbot der Tabakaußenwerbung zum Schutz der Bevölkerung

Berlin – Für ein Verbot der Außenwerbung für Tabakprodukte in Deutschland haben sich anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am kommenden Donnerstag (31.05.2018) Dr. Josef Mischo und Erik Bodendieck, Vorsitzende der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe Sucht und Drogen, ausgesprochen. Der in der letzten Legislaturperiode vom Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf für ein Verbot der Tabakaußenwerbung wurde vom Deutschen Bundestag nicht beraten. „Man muss sich fragen, ob hier wirtschaftlichen Interessen ein höherer Stellenwert eingeräumt wird, als der Gesundheit der Bevölkerung“, kritisiert Bodendieck. „Deutschland sollte nicht als letztes europäisches Land Tabakaußenwerbung erlauben, sondern vielmehr seinen Bürgerinnen und Bürgern den bestmöglichen Gesundheitsschutz bieten“, ergänzte Mischo. Ein Tabakwerbeverbot sei eine gezielte Präventionsmaßnahme, mit der tabakbedingte Erkrankungen eingedämmt werden können. Auch würden mit einem Verbot internationale Verpflichtungen umgesetzt, so Mischo weiter. Auf europäischer Ebene wurde bereits im Jahr 2003 mit der EU-Richtlinie 2003/33/EG die grenzüberschreitende Tabakwerbung verboten. Im selben Jahr hatte sich Deutschland mit Unterzeichnung des "WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs" international zur Umsetzung eines umfassenden Tabakwerbeverbots verpflichtet. Jährlich sterben rund 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, etwa ein Drittel der Todesfälle ist durch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bedingt. Raucher haben ein um 65 Prozent höheres Risiko für einen Herzinfarkt als Nichtraucher. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen hat deshalb passend zum gleichlautenden Motto des Welt-Nichtrauchertages 2018 das Faltblatt „Pass auf, an wen du dein Herz verlierst!“ herausgegeben.
Organtransplantation 16.05.2018

Prüfgremien legen Berichte vor

Berlin - Die Prüfungskommission und die Überwachungskommission in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft haben ihre Kommissionsberichte zu den Prüfungen des Herztransplantationsprogramms am Herz- und Diabeteszentrum NRW der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum am Standort Bad Oeynhausen, des Lungentransplantationsprogramms und des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Freiburg, zu den Prüfungen der Lebertransplantationsprogramme am Universitätsklinikum Leipzig und am Universitätsklinikum Rostock, der Nierentransplantationsprogramme am Klinikum Bremen-Mitte und am Universitätsklinikum Halle (Saale) sowie zu den Prüfungen der Nieren- und der Pankreastransplantationsprogramme am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel und am Universitätsklinikum Köln-Lindenthal veröffentlicht. Bei keiner dieser Prüfungen wurden Anhaltspunkte für systematische Manipulationen festgestellt. Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Herztransplantationsprogramms des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Standort Bad Oeynhausen am 28. und 29. September 2017 [PDF]Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Lungentransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Freiburg am 16. Oktober 2017 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Freiburg am 12. Februar 2018 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Leipzig am 22. und 23. Juni 2017 [PDF]Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Rostock am 20. November 2017 [PDF]Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Nierentransplantationsprogramms des Klinikums Bremen-Mitte am 12. Februar 2018 [PDF]Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Nierentransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Halle (Saale) am 29. Januar 2018 [PDF]Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Nieren- und Pankreastransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Kiel am 12. Februar 2018 [PDF]Kommissionsbericht der Prüfungskommission und der Überwachungskommission: Prüfung des Nieren- und Pankreastransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Köln-Lindenthal am 29. Januar 2018 [PDF] 
121. Deutscher Ärztetag 12.05.2018

Schwangerschaftsabbruch: Werbeverbot beibehalten, Beratungs- und Hilfsangebote stärken

Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 hat eine Stärkung der neutralen Information, der individuellen Beratung und der Hilfeleistung für Frauen in Konfliktsituationen gefordert. Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Kliniken benötigten Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, sich Zeit für die individuelle Beratung ratsuchender Frauen zu nehmen, heißt es in der mit der großer Mehrheit angenommen Entschließung. Darüber hinaus seien die in Deutschland entwickelten Strukturen mit qualifizierten Beratungsstellen und Hilfsangeboten weiter zu fördern und wo erforderlich auszubauen. Der Entscheidung der Frau über den Abbruch müsse eine ergebnisoffene und unabhängige Beratung vorausgehen, die von geeigneten Hilfsangeboten begleitet werde, so der Ärztetag. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt im Internet umfangreiche Informationen zum Thema Schwangerschaftskonflikt und Schwangerschaftsabbruch bereit und vermittelt über eine Datenbank mit regionaler Suchfunktion zu den anerkannten Beratungsstellen. Diese Angebote seien kontinuierlich weiterzuentwickeln und noch stärker bekannt zu machen, forderten die Abgeordneten. Die anerkannten Beratungsstellen seien zu verpflichten, jede Frau, die sich nach der ergebnisoffenen Beratung für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, auch darüber zu informieren, welche Ärztinnen und Ärzte in erreichbarer Nähe Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Dazu gehöre auch die Erläuterung, mit welchen Verfahren der Schwangerschaftsabbruch bei diesen Ärztinnen und Ärzten erfolgen kann. Der Ärztetag wies darauf hin, dass der Entscheidung der Frau über den Abbruch die gesetzlich vorgeschriebene, ergebnisoffene und neutrale Beratung durch eine anerkannte Beratungsstelle vorausgehen muss. Dazu sei im Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) vorzugeben, dass einer Frau, die sich nach der Beratung für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, eine Auflistung der für sie erreichbaren Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung gestellt wird, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Gemäß § 5 des SchKG haben die Länder ein ausreichendes plurales Angebot wohnortnaher Beratungsstellen sicherzustellen. Die flächendeckende Bereitstellung qualifizierter Beratungs-, aber auch Hilfsangebote für Frauen in Schwangerschaftskonfliktsituationen sei Kennzeichen einer humanen Gesellschaft, so der Ärztetag. Dazu gehöre eine gute personelle wie finanzielle Ausstattung dieser Angebote. Der Deutsche Ärztetag hat sich gegen eine Streichung oder Einschränkung des in § 219a kodifizierten Werbeverbotes für Abtreibungen ausgesprochen, mahnt aber maßvolle Änderungen an, damit sichergestellt wird, dass Ärztinnen und Ärzte, die innerhalb dieses Rahmens über ihre Bereitschaft informieren, gesetzlich zulässige Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, nicht bestraft werden. Bei allen Überlegungen zu Änderungen an den gesetzlichen Vorgaben zum Schwangerschaftsabbruch, auch zum Werbeverbot nach § 219a StGB, müsse der besondere Charakter des Schwangerschaftsabbruches berücksichtigt werden.
121. Deutscher Ärztetag 11.05.2018

Ärztetag in Erfurt beendet, auf Wiedersehen in Münster

Mit den Beratungen zur (Muster-)Weiterbildungsordnung ist der 121. Deutsche Ärztetag zu Ende gegangen. 250 Delegierte aus ganz Deutschland haben vom 08. bis 11. Mai zahlreiche gesundheits- sozial- und berufspolitische Themen beraten. Der nächste Deutsche Ärztetag findet vom 28. bis 31. Mai 2019 in Münster statt.
121. Deutscher Ärztetag:... 11.05.2018

#Terminservicestellen #Freiberuflichkeit statt Konzernbildung #Heilpraktiker # Tabakaußenwerbeverbot

Terminservicestellen sind der falsche Weg, um Wartezeiten auf Arzttermine zu verkürzen. Das betonte der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt. Mit ihren unangemessen hohen Kosten entzögen diese Verwaltungsstellen im Gegenteil dem Gesundheitssystem Mittel, die dann für die Versorgung fehlten. Heute seien bei den Vertragsärzten Arbeitszeiten von 50 Wochenstunden und mehr die Regel. Die politische Vorstellung, diese durch ein Gesetz verlängern zu wollen, sei populistisch und besonders unter Budgetbedingungen ungeeignet und realitätsfremd. Die Abgeordneten wiesen darauf hin, dass bereits heute bis zu 25 Prozent der ärztlichen Leistungen nicht bezahlt würden. Gleichzeitig verwahrt sich der Ärztetag gegen weitere Bestrebungen, durch sozialrechtliche Vorgaben den Nachweis zusätzlicher Qualifikationen zur Abrechnung von ärztlichen Leistungen zu verlangen. Ärzte müssten ihre in der Facharztweiterbildung erworbenen und in der Prüfung nachgewiesenen Kompetenzen ausüben und dafür die entsprechende Vergütung erhalten können, ohne dafür zusätzliche Qualifikationsnachweise erbringen zu müssen. Außerdem unterstützt der Ärztetag die beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen und des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen beschäftigte Kollegen dabei, ihre vom Gesetzgeber garantierte Unabhängigkeit bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben auch gegenüber den Krankenkassen offensiv einzufordern. Freiberuflichkeit statt Konzernbildung Mit großer Sorge beobachtet die Ärzteschaft den zunehmenden Aufkauf von Arztsitzen durch Konzerne. Diese Entwicklung könnte die Bedürfnisse der Patienten gegenüber den Renditeinteressen der Konzerne in den Hintergrund drängen. Regionale Monopole schränkten die freiberuflichen Niederlassungsmöglichkeiten von Ärzten ein. „Das Gesundheitswesen darf nicht weiter zum profitzentrierten Gesundheitsmarkt werden“, fordert der Ärztetag. Er rief den Gesetzgeber und die zuständigen Institutionen der Selbstverwaltung dazu auf, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten und den freiberuflichen Charakter der ambulanten Versorgung, geprägt von der eigenen Praxis, zu erhalten. Behandlungsspektrum von Heilpraktikern einschränken Dagegen begrüßt der 121. Deutsche Ärztetag das Ansinnen von Union und SPD, im Interesse der Patientensicherheit das zulässige Behandlungsspektrum von Heilpraktikern auf den Prüfstand zu stellen. Die Bundesregierung solle dieses Vorhaben zügig angehen und dabei den ärztlichen Sachverstand einbeziehen. Besonders dringlich sei es, Heilpraktiker von invasiven Maßnahmen wie chirurgischen Eingriffen, Injektionen und Infusionen auszuschließen. Gleiches gelte für die Behandlung von Krebserkrankungen. „Die moderne, evidenzbasierte Medizin stellt – anders als dies vor Jahrzehnten bei Erlass des Heilpraktikergesetzes der Fall war – für viele Krebserkrankungen wirksame Behandlungsmöglichkeiten bereit. Der Erfolg dieser Behandlungen hängt oft entscheidend von einem rechtzeitigen Behandlungsbeginn ab“, begründet der Ärztetag seine Forderung. Es könne nicht länger zugelassen werden, dass auf Basis einer Heilpraktikererlaubnis der rechtzeitige Beginn einer wirksamen Behandlung verzögert oder verhindert wird. Alzheimer-Risiko-Tests nur mit ärztlicher Begleitung Einen besseren Schutz der Patienten fordert die Ärzteschaft auch in Bezug auf prädiktive Tests auf das Alzheimer-Risiko. Solche Tests dürften nicht ohne qualifizierte ärztliche Aufklärung, Beratung und Begleitung möglich sein. Dies diene insbesondere dazu, die notwendige Unterstützung bei der Ergebnisinterpretation sowie bei der Ableitung von Konsequenzen sicherzustellen. Tabakaußenwerbeverbot endlich umsetzen In einer weiteren Entschließung fordert das Ärzteparlament die Bundesregierung auf, dem Deutschen Bundestag den bereits in der letzten Legislaturperiode vom Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurf für ein Verbot der Tabakaußenwerbung zur Abstimmung vorzulegen. Ein Werbeverbot leiste einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Raucherprävalenz und der mit dem Tabakkonsum assoziierten Krankheits- und Todesfälle. Vereinfachung der „Vereinbarung zu klinischen Sektionen“ Vereinfachungsbedarf erkannte das Ärzteparlament bei der „Vereinbarung zu klinischen Sektionen“. In der aktuellen Form sei die Vereinbarung unnötig kompliziert und fördere nicht das Qualitätssicherungsinstrument Obduktion, heißt es in der Entschließung. Im Gegenteil werde ein Teil der ärztlichen Ressource mit völlig unsinniger Kodierungstätigkeit gebunden. Der Zuschlag auf die Diagnosis Related Group (DRG) in Höhe von 750 Euro sollte aus Sicht der Ärzteschaft bei jeder Obduktion erteilt werden. Ab Erreichen einer realistischen Obduktionsquote von zehn Prozent sollte das Krankenhaus für jede weitere Obduktion einen Zuschlag von 1.200 Euro erhalten. Die Frist für die abschließende Berichterstellung müsse auf realisierbare vier Wochen erhöht werden. Zentralisierte Nutzenbewertung ohne Nutzen für Patientinnen und Patienten Mit Blick auf die jüngsten Initiativen aus Brüssel lehnt der 121. Deutsche Ärztetag eine Zentralisierung der Bewertung des klinischen Nutzens von Arzneimitteln und Medizinproduktion innerhalb der Europäischen Union ab. Gleiches gilt für die damit verbundene Pflicht zur Übernahme der Bewertungsergebnisse für die Nationalstaaten. „Für das deutsche Gesundheitswesen ginge ein weiteres Stück Souveränität verloren“, befürchten die Ärztetags-Abgeordneten. Nach Auffassung der Ärzteschaft wird der dazu von der Europäischen Kommission vorgelegte Entwurf der methodischen und wissenschaftlichen Komplexität des Health Technology Assessments (HTA) nicht gerecht. Während ein Nutzen für die Patientinnen und Patienten nicht erkennbar sei, steigere die Zentralisierung das Risiko der Einflussnahme der Arzneimittel- und Medizinprodukteindustrie. Gleichzeitig begrüßte der Ärztetag die weitere Förderung der Zusammenarbeit der mit HTA befassten Institutionen in der EU auf freiwilliger Basis. Abgeschlossene Ausbildung Voraussetzung für den Physician Assistant Die Anbieter des Studiengangs Physician Assistant fordert der Ärztetag auf, den Zugang zum Studium nur aufbauend auf einer vorherigen abgeschlossenen Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf zuzulassen und nicht als grundständiges Studium anzubieten. Nur der im Konsenspapier „Physician Assistant – ein neuer Beruf im deutschen Gesundheitswesen“ von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung dargestellte anerkannte Bachelorabschluss im Anschluss an eine erfolgreiche dreijährige Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf werde von der Ärzteschaft als Delegationsberuf akzeptiert. Qualitätssicherung neu justieren Darüber hinaus forderten die Abgeordneten vom Gesetzgeber eine Neujustierung der Qualitätssicherung. In den letzten Jahren sei es aufgrund der zunehmenden Anforderungen der externen Qualitätssicherung zu einer Ressourcenverlagerung von der Patientenversorgung hin zur Dokumentation gekommen. Zusätzliche rücke das sinnvolle interne Qualitätsmanagement zunehmend in den Hintergrund. „Der vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) häufig verwendete und gut klingende Begriff der Patientenzentrierung wird durch die derzeitig im Wesentlichen auf Indikatoren basierende Qualitätsmessung gerade nicht erreicht“, kritisiert die Ärzteschaft. Das Bundesgesundheitsministerium solle die überbordenden externen Qualitätssicherungsmaßnahmen reduzieren, ihren Nutzen bewerten und Ressourcen vermehrt in die Sicherung von Struktur- und Prozessqualität lenken. Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes stärken In einer weiteren Entschließung hat der Deutsche Ärztetag die Stärkung der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) gefordert. Bund, Länder und Kommunen müssten als Träger des ÖGD zu einer tariflich abgesicherten Angleichung der Vergütung an die arztspezifischen Tarifverträge des Marburger Bundes kommen. Zudem sei dafür zu sorgen, dass der ÖGD seine Aufgaben im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung gemäß Präventionsgesetz (PrävG) besser erfüllen könne. Die 250 Abgeordneten des Deutschen Ärztetages befassen sich bis Freitag mit gesundheits-, berufs- und sozialpolitischen Themen. Folgen Sie der Bundesärztekammer und dem Deutschen Ärztetag unter #daet2018 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen auf dem Laufenden. Druckfähige Fotos von der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Ärztetages stehen unter www.aerzteblatt.de/bildservice zum kostenlosen Download zur Verfügung....
121. Deutscher Ärztetag:... 11.05.2018

#Standards gegen Cyber-Angriffe #Arztgesundheit schützen #Arbeitsmedizin stärken

„Beim Schutz vor Cyber-Angriffen darf es keine zwei Klassen von Krankenhäusern geben“, stellt der 121. Deutsche Ärztetag in einer weiteren Entschließung fest. Hochsensible krankheitsbezogene Patientendaten seien überall gleichermaßen gut vor Fremdzugriffen zu schützen. Die IT-Sicherheit in Krankenhäusern dürfe keine Kostenfrage sein. Gerade im Zuge der digitalen Modernisierung sei sie eine Notwendigkeit. Die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geforderten Mindeststandards müssten in der gesamten vollstationären medizinischen Versorgung zur Anwendung kommen. Keine Verordnungssteuerung durch das AIS Das Arztinformationssystem (AIS) darf nach Auffassung des 121. Deutschen Ärztetags ausschließlich dazu dienen, die Qualität der Arzneimittelversorgung sicherzustellen – und zwar durch mehr Transparenz beim Zusatznutzen von Arzneimitteln. Dafür solle gewährleistet werden, dass nur unabhängige, verständliche und übersichtliche Informationen zur Nutzenbewertung neuer Arzneimittel abgebildet würden. Die Gestaltung des AIS müsse eine Zweckentfremdung als Instrument zur Verordnungssteuerung unterbinden. Schutz der Arztgesundheit Gleichzeitig stellten die Abgeordneten klar, dass die Bedingungen bei der Ausübung des Arztberufs in allen Sektoren und ärztlichen Berufsfeldern so gestaltet sein müssten, dass eine Gefährdung der körperlichen und seelischen Gesundheit minimiert werde. Bereitschafts- und Notdienste im stationären und ambulanten Sektor seien so anzulegen, dass ausreichende zusammenhängende Ruhezeiten ermöglicht würden. Die Honorarsysteme müssten so gestaltet werden, dass bei einer dem allgemeinen Arbeitsleben entsprechenden Jahresarbeitszeit ein auskömmliches und leistungsadäquates Honorar erwirtschaftet werden könne. Dabei sei auch der Zeitaufwand für Bürokratie, Verwaltung oder Betriebsführung zu berücksichtigen. Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz stärken Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 fordert alle zuständigen Akteurinnen und Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, die ärztlichen Kompetenzen im Arbeitsschutz uneingeschränkt zu stärken. Entschieden sei allen Versuchen entgegenzutreten, arbeitsmedizinische Leistungen und betriebsärztliche Tätigkeiten durch andere Berufsgruppen zu substituieren. Neue Arbeitsformen und technologischer Fortschritt erforderten es, dass gerade Arbeitsmediziner und Betriebsärzte frühzeitig gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten erkennen könnten. Der Ärztetag begründete seine Forderung damit, dass aktuell vor dem Hintergrund der Evaluation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung Konzepte zur Öffnung der betrieblichen Betreuung durch Betriebsärzte für andere Professionen diskutiert werden. So gebe es Überlegungen, die Grundbetreuung mit dem bisher vorgesehenen Mindestanteil von 0,2 Stunden pro Jahr und Beschäftigtem zur Disposition zu stellen. „Damit hätten die Beschäftigten im Rahmen des Arbeitsschutzes kaum noch Zugang zu einer ärztlich fundierten Betreuung“, warnt der Ärztetag. Die 250 Abgeordneten des Deutschen Ärztetages befassen sich bis Freitag mit gesundheits-, berufs- und sozialpolitischen Themen. Folgen Sie der Bundesärztekammer und dem Deutschen Ärztetag unter #daet2018 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen auf dem Laufenden. Druckfähige Fotos von der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Ärztetages stehen unter www.aerzteblatt.de/bildservice zum kostenlosen Download zur Verfügung.
121. Deutscher Ärztetag 11.05.2018

Ärztetag kritisiert Arbeitsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung

Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 hat die geplante Novellierung des Psychotherapeutengesetzes in der derzeit bekannten Form abgelehnt und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) aufgefordert, den im Sommer 2017 vorgelegten Arbeitsentwurf zurückzunehmen. Der Gesetzentwurf bedrohe das ärztliche Berufsbild und die ganzheitliche Versorgung der Patienten, kritisierten die Abgeordneten. Mit der Reform könnten voneinander getrennte Versorgungsbereiche entstehen und die psychotherapeutische Versorgung aus der medizinisch-ärztlichen Versorgung ausgegliedert werden. Die psychotherapeutische Versorgung von Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen in Deutschland werde durch Ärzte, Psychologen, Pädagogen bzw. Sozialpädagogen mit einer entsprechenden Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren sichergestellt. An dieser multidisziplinär vernetzten Versorgung sollte festgehalten werden, forderte das Ärzteparlament. Es dürfe nicht zu einer Verdrängung der Ärzte aus der psychotherapeutischen Versorgung kommen. Das BMG strebe offensichtlich eine Analogie der Aus- und Weiterbildung des nichtärztlichen Psychotherapeuten zum Medizinstudium an. Es gehe somit zusätzlich um Weiterbildung nach abgeschlossener Ausbildung, aber auch um die Einführung eines Parallelberufes zum Arzt, kritisierten die Abgeordneten. Bereits heute seien alle psychotherapeutischen Verfahren Bestandteil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und würden auch in der Versorgungsrealität von Ärzten eingebracht. Der Ärztetag hat darüber hinaus eine Reduktion der Berufsbezeichnung der Psychologischen Psychotherapeuten sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auf „Psychotherapeut“ nachdrücklich zurückgewiesen. Diese Bezeichnung dürfe nicht für Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten reserviert werden, da Ärztinnen und Ärzte ebenfalls psychotherapeutisch tätig sein dürfen. Vielmehr sollten Patienten erkennen können, auf Basis welcher Grundqualifikation psychotherapeutische Verfahren angewandt werden, heißt es in der Entschließung. Die Einführung von Modellstudiengängen, in denen die Kompetenzen zur Feststellung, Verordnung und Überprüfung psychopharmakologischer Maßnahmen vermittelt werden sollen, hat der Ärztetag ebenfalls abgelehnt. Eine sichere Anwendung von Psychopharmaka sei nur auf der Grundlage eines Medizinstudiums möglich. Der vom BMG vorgelegte Arbeitsentwurf verfehle zudem die grundsätzliche Zielsetzung, die Qualifikationswege akademischer Heilberufe vergleichbar zu regeln. Ohne Aussagen zur Weiterbildung bleibe die Reform unvollständig, so der Ärztetag.

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Deutsches Ärzteblatt

www.aerzteblatt.de

Arzneimittelkommission
der deutschen Ärzteschaft
www.akdae.de

Ärztliches Zentrum für
Qualität in der Medizin
www.aezq.de